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WINTERSEMESTER 2011/2012

 

Seminarblock 1 / Nürnberg

16.10 – 23.10.2011

 

So 16. Oktober

Semsterbeginn

mit Arno Brandlhuber, Robert Burghardt

ab 13:00

 

Mo 17. Oktober

Projektbesprechungen

mit Arno Brandlhuber, Robert Burghardt

ab 10:00

 

Di 18. Oktober

Themenfindung Projekte

mit Arno Brandlhuber, Robert Burghardt

ab 10:00

 

Unterirdische Atomtests

Vortrag mit Sven Hannes

ab 14:30

 

Vorbesprechung Seminarblock 2 Sao Paolo

mit Arno Brandlhuber, Robert Burghardt und Christopher Roth

ab 17:00

 

Mi 19. Oktober

Seminar

Individuum und Gemeinschaft

Roman Abramowitschs Boot und Josefine, die Sängerin >>

Mit Christopher Roth

ab 10:00

 

Do 20. Oktober

Seminar

Individuum und Gemeinschaft

Roman Abramowitschs Boot und Josefine, die Sängerin >>

Mit Christopher Roth

ab 10:00

 

Fr 21. Oktober

Seminar

Individuum und Gemeinschaft

Roman Abramowitschs Boot und Josefine, die Sängerin >>

Mit Christopher Roth

ab 10:00

 

Sa 22. Oktober

Projektbesprechungen

mit Arno Brandlhuber, Robert Burghardt

ab 10:00

 

So 23. Oktober

Vorbesprechung zum Seminar im Berlinblock.

Theorie und Praxis,

Raumproduktion der Berliner Republik

mit Christian Posthofen

10-13:00

 

 

Seminarblock 2 / Sao Paulo

12.11 - 20.11.2011 +- 2 Tage

 

Seminar

Architektur und Stadt, Raumbezogene Strategien.

Angra 1>>

Mit Arno Brandlhuber, Robert Burghardt, Christopher Roth

 

Sa 12. November

Ankunft Sao Paolo, Akklimatisierung,

15:30 Treffen am Hotel mit Yusuf Etiman (basso berlin), der uns eine kleine Führung durch Stadtzentrum geben und die Dos und Don'ts in Sao Paulo erklären wird.

19:00 Willkommensdrink auf dem Torre Italia

Danach Essen im Restaurant Estadao

 

So 13. November

über Aparecida nach Angra dos Reis

 

Mo 14. November

Angra – Besichtigung Atomkraftwerk

 

Di 15. November

Fahrt nach Rio de Janeiro

 

Mi 16. November

Rio der Janeiro, nachmittags: Rückreise Rio - Sao Paolo

 

Do 17. November

11:00 Präsentation des Projekts 2081 im Goethe-Institut Sao Paolo

Rua Lisboa, 974

05413-001 São Paulo

 

15:30 Treffen mit Regina Monteiro, der Vorsitzenden des Ausschusses zum Schutze der Stadtlandschaft

Secretaria de Desenvolvimento Urbano

Rua São Bento, 405, Centro

 

Fr 18. November

09:00 Besuch der Architekturfakultät der USP

Treffen mit Vera Pallamin, Führung durch das Universitätsgebäude von Vilanova Artigas.

Danach Mittagessen in der Kantine der Wirtschaftsfakultät

Nachmittags: Besichtigung Yachtclub Santa Paula von Vilanova Artigas

 

Sa 19. November

Besichtigung Kulturzentrum SESC und

Museu d’Arte de Sao Paolo (MASP), Lina Bo Bardi

Besuch von Prestes Maia/Treffen mit AktivistInnen der Künstlergruppe Política do Impossível/Bijari/Contrafilé

raquelrolnik.files.wordpress.com/2010/02/cidade_luz.pdf

www.bijari.com.br

 

So 20. November

Abstecher zur Architekturbiennale

Spaziergang auf der gesperrten Stadtautobahn/Hochstr. Minhacao

 

Mo 21. November

Abreise

 

 

Seminarblock 3 / Berlin

10.12 - 17.12.2011

 

Sa 10. Dezember

Projektbesprechungen

mit Arno Brandlhuber, Robert Burghardt

ab 14:00

 

19:00

MIN to MAX

Eröffnung d. Konferenz zum Existenzminimum im HAU 1

Programm: >>

 

So 11. Dezember

ab 10:00

Seminar Theorie und Praxis

Niklas Luhmann Vokabular

mit Christian Posthofen im HAU 1!

 

ab 13:00

MIN to MAX

Konferenz zum Existenzminimum im HAU 1

Programm: >>

 

Mo 12. Dezember

ab 10:00

Seminar Theorie und Praxis

mit Christian Posthofen

 

von 19.00 bis 21.00

Veranstaltung: "Baukultur des Öffentlichen"

in der Humboldt-Box, Schloßplatz 5, 10178 Berlin

 

Di 13. Dezember

ab 10:00

Seminar Theorie und Praxis

mit Christian Posthofen

 

Mi 14. Dezember

ab 10:00

Seminar Theorie und Praxis

mit Christian Posthofen

 

15.30 Uhr

Beratung über das Humboldt Forum

Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal E.200

Der Ausschuss für Kultur und Medien setzt seine Beratungen über das Humboldt-Forum in Berlin fort. In seiner nächsten Sitzung widmet sich das Gremium schwerpunktmäßig der inhaltlichen Ausgestaltung für das wichtigste nationale Kulturprojekt. Zu Gast ist Projektleiter Martin Heller. Er wird den Abgeordneten über seine Gedanken für die Nutzung der Agora im Stadtschloss berichten. Das Gespräch mit dem Schweizer findet in einer öffentlichen Sitzung statt und soll ca. eine Stunde dauern. Teilnehmer sind neben den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur und Medien auch die Mitglieder des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

 

Zuhörerinnen und Zuhörer werden gebeten, sich bis 12. Dezember 2011 beim Sekretariat des Ausschusses mit ihrem Namen und dem Geburtsdatum anzumelden (Tel. 030- 227-37773, kulturausschuss@bundestag.de).

 

Do 15. Dezember

ab 10:00

Seminar Theorie und Praxis

mit Christian Posthofen

 

19:00

Raumproduktion der Berliner Republik

Neuer Berliner Kunstverein

Chausseestr. 128-129, 10115 Berlin

 

Öffentliches Seminar zur Raumproduktion der Berliner Republik:

Segregation - Inklusion und Exklusion.

 

An zwei exklusiven Beispielen soll das Ineinandergreifen verschiedener Gesellschaftssysteme hinterfragt und dessen mögliche Bedeutung für architektonisches Handeln diskutiert werden: Einerseits das Privatmuseum von Christian Boros (auch bekannt als "Borosbunker"); andererseits die "Berliner Tafel", die Armenspeisungen mit kurz vor (oder nach) dem Verfallsdatum stehenden Lebensmitteln durchführt.

 

www.nbk.org

 

Fr 16. Dezember

ab 09:30

Besprechungen der Thesis-Projekte

mit Ulrich Gutmaier

 

ab 14:00

Projektbesprechungen

Mit Arno Brandlhuber, Robert Burghardt und Christopher Roth

 

Sa 17. Dezember

10:00 - 14:00

Treffen mit Matthias Einhoff/Kunstrepublik

danach: Projektbesprechungen

Mit Arno Brandlhuber, Robert Burghardt und Christopher Roth

 

 

 

Seminarblock 4 / Nürnberg

05.02 - 12.02.2012

 

So 05. Feb.

Ankunft

ab 14:00 Projektbesprechungen.

mit Arno Brandlhuber/Robert Burghardt

 

Mo 06. Feb.

10:00 Projektbesprechungen

mit Arno Brandlhuber/Robert Burghardt

19:00 Sichtung und Besprechung der Angra Recherche

mit Christopher Roth

 

Di 07. Feb.

10:00 Seminar

Vergangenheit und Zukunft

Angra 3 >>

Mit Christopher Roth

 

Mi 08. Feb.

10:00 Seminar

Vergangenheit und Zukunft

Angra 3 >>

Mit Christopher Roth

 

D0 09. Feb.

10:00 Seminar

Vergangenheit und Zukunft

Angra 3 >>

Mit Christopher Roth

 

Fr. 10. Feb.

10:00-16:30 Start-Up Seminar mit Hans-Bert Binz

17:30 "Politische Aspekte des Objekts"

Vortrag mit Christian Posthofen

 

Sa 11. Februar

ab 10:00 Abschlusspräsentation der Semesterarbeiten

bis ca. 17:00

 


Individuum und Gemeinschaft.

Roman Abramowitschs Boot und Josefine, die Sängerin.

Seminar mit Christopher Roth

Seminarblock 1 / Nürnberg

16.10 – 23.10.2011

 

Direkt vor den Giardini der Bienale von Venedig parkte dieses Jahr die Eclipse, Abramowitschs Yacht. Die Besucher, die zu den Länderpavillons wollten, mussten sich wegen der Sicherheitszone auf der Uferpromenade dicht zusammendrängen. Michel Foucault hat in dem Radiovortrag Les hétéritopies gesagt: "Der Garten ist seit frühester Antike ein Ort der Utopie. Wenn man den Eindruck hat, Romane ließen sich in Gärten ansiedeln, so liegt das daran, dass der Roman zweifellos aus der Institution der Gärten entstanden ist." Und er schließt den Vortrag, indem er das Schiff als die Heterotopie schlechthin bezeichnet, in Zivilisationen die keine Schiffe besäßen, würden die Träume versiegen. "An Stelle des Abenteuers tritt dort die Bespitzelung und an Stelle der glanzvollen Freibeuter die hässliche Polizei."

Alle wichtigen Leute in der Kunstwelt wollten unbedingt auf die Eclipse. Wer zu Abramowitschs Partys nicht eingeladen war, durfte eigentlich nicht mal mehr träumen. Marina Abramović, die in Belgrad geborene Performance Künstlern („The Artist is Present“) wohnte angeblich sogar auf dem Boot, weil ihr Hotelzimmer in Venedig nicht mehr da gewesen sei. Der Garten, die Kommune von Venedig, das Schiff, der Oligarch und die Kunst.

Am schönsten wird das völlig missbrauchte und verzerrte Wort "Gemeinschaft" in Franz Kafkas letzter Geschichte, Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse dargestellt. Eine Mäusesängerin hält ein armes Mäusevolk zusammen. Doch als sie einige Privilegien will, sagt das Volk "nein". Kafka wusste, daß er sterben würde und, dass das seine letzte Geschichte sein würde. Sie ist völlig untypisch.

Roman scheint mir in jeder Hinsicht die Inversion von Josefine.

 

Im Seminar wird untersucht wie das Thema "Individuum und Gemeinschaft", anhand von Filmen besprochen werden kann. Wir werden folgende Filme schauen:

 

Mi 19. Oktober

10:00 Beginn Seminar

14:00 Stürmische Liebe – Swept Away, 2002 Guy Ritchie mit Madonna (86 min)

(anschliessend schauen wir mal in das Original: Travolti da un insolito destino nell'azzurro mare d'agosto/Swept Away... by an Unusual Destiny in the Blue Sea of August , von 1972, Lina Wertmüller)

18:00 Die Lady von Shanghai - The Lady from Shanghai, 1947 von Orson Welles mit Rita Hayworth (87 min)

 

Do 20. Oktober

10:00 Beginn Seminar

14:00 Das Messer im Wasser - Nóż w wodzie, 1962 von Roman Polański (90 min)

dann Diskussion

18:00 Children of Men, 2006 von Alfonso Cuarón (106 Minuten)

 

Fr 21. Oktober

10:00 Beginn Seminar

14:00 1900, von Bernardo Bertolucci, (302 Minuten)

mit zwei Pausen bis 20:30

 


Vergangenheit und Zukunft

Angra 3

Seminar mit Christopher Roth

Seminarblock 4 / Nürnberg

07.02 - 09.02.2012

 

In dem Moment, in dem Kernkraft in Deutschland zur Geschichte werden soll, soll ihr eine Hermesbürgschaft in Brasilien zur Zukunft verhelfen. Warum wird in einem Kontext eine Technologie als Risiko eingeschätzt, während in einem anderen die gleiche Technologie als sicher gilt, und z.b. der Vertreibung indigener Stämme durch große Staudammprojekte vor zu ziehen sei?

In unserem Seminar wollen wir uns mit der medialen Repräsentation einer Technologie (Eigendarstellung, Regierungsstellungnahmen und Nichtregierungsorganisationen) und den tatsächlichen technischen Problemen auseinandersetzen. Dabei wollen wir uns auch insbesondere in konstruktive Fragen bei Sonderbauten wie Kernkraftwerken vertiefen. Die Ergebnisse unserer gemeinsamen Recherche sollen in einem Dossier zusammengestellt werden.


Architektur und Stadt, Raumbezogene Strategien.

Angra 1

Seminar mit Arno Brandlhuber, Robert Burghardt, Christopher Roth

im Seminarblock 2 / Sao Paolo

12.11 - 20.11.2011

 

1. Passage Angra

Aparecida – Angra dos Reis – Rio de Janeiro

Wir reisen über Aprecida und Angra nach Rio. In Aparecida besichtigen wir die größte Kathedrale Südamerikas, eröffnet 1980 durch Papst Johannes Paul den II. Abends reisen wir weiter Richtung Angra, mondäner Badeort und Standort Brasiliens einzigen Atomkraftwerkes.

Die Atomanlagen in Angra wurden seit den 70er Jahren, damals durch die braslianische Militärdiktatur, in Zusammenarbeit mit dem US‐amerikanische Atomtechnologiekonzern Westinghouse und Siemens angebahnt. Die Miltärs strebten an, in den Besitz der Technologie zur Atomwaffenproduktion zu kommen.

Der erste Reaktor wurde 1982 fertiggestellt, der 2. Reaktor 2000. Während Deutschland soeben den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen hat, will die Bundesregierung mit einer Hermesbürgschaft für die Fertigstellung des 3. Reaktors garantieren.

 

2. Öffentlichkeit der Moderne

Moderne und Öffentlichkeit in Sao Paolo

Wenn wir Öffentlichkeit nicht als Bild begreifen, als ein Klischee der europäischen Stadt, sondern als Möglichkeit der Interaktion (zwischen allen möglichen Menschen), dann können wir einen ganz anderen Blick auf die Stadt werfen. Wo ergeben sich solche Möglichkeiten, wo werden Sie verhindert?

In den Gebäuden der brasilianischen Moderne findet sich immer wieder das Ideal offener, ineinander fliessender Räume. Das Auto jedoch, Entwicklungsmotor der Stadt Sao Paulo, scheint das Gegenteil davon: Das Versprechen von Individualität, Vereinzelung in abgeschlossenen Kisten.

Die "offenen und ineinander fliessenden Räume" stehen im krassen Widerspruch zu der gesellschaftlichen Realität einer enormen Segregation. Viele Wohnhäuser (offene Eingangsbereiche, aufgeständert in Parklandschaft) sind massiv eingezäunt.

Auto und Autobahn, waren Grundpfeiler der Stadtplanung seit den 30/40er Jahren. (e.g. Moses Highway Plan) und haben heute zu einer dysfunktionalen Infrastruktur geführt. Die Strassen sind chronisch vertopft und der öffentliche Nahverkehr ist rudimentär (wird jetzt jedoch ausgebaut). Das nicht funktionieren den Systems Auto hat zu einem noch „moderneren“ Transportsystem geführt – dem urbanen, privaten Hubschraubertransit.

 

Was hat Offenheit mit Öffentlichkeit zu tun? Wie Verhält sich Modernität zur Moderne?

Die so genannte Paulista‐Schule ist im Gegensatz zur Architektur Oskar Niemeyers wesentlich programmatischer. Wir werden uns verschiedene Gebäude der Paulistas anschauen, (Lina Bo Bardi, Vilanova Artigas, Paulo Mendes da Rocha, etc...) und diese hinsichtlich ihrer städtischen Performance diskutieren. Versammelt sich eine z.B. eine „Öffentlichkeit“ unter Lina Bo Bardis Kunstmuseum?

Im „historischen“ Zentrum Sao Paulos gibt es einen hohen Leerstand durch ein

kontinuierliche Abwanderung, einerseits in Richtung Avenida Paulista, dem neuen Geschäftszentrum der Stadt, und andererseits in bewachte Kondominiumkomplexe in besseren Gegenden am Stadtrand.

Nun gibt es Anstrengungen den Prozess des Verfalls umzukehren und das Zentrum wieder zu beleben. Einerseits durch Massnahmen den Fussgängerraum aufzuwerten, so wird z.b. eine Stadtautobahn im Zentrum sonntäglich für den Autoverkehr gesperrt, Parkanlagen und Bürgersteige werden verschönert. Gleichzeitig sollen es in der Nähe des Bahnhof

Luz Flächensanierungen geben. Anwohner und Geschäftsleute werden enteignet um dort Büro‐ und Condominium‐Komplexen Platz zu machen.

Funktioniert die Re‐vitalisierung hier auch nur als Gentrifizierungsbewegung, dass heisst, die alte Bevölkerung wird ausgetauscht, oder könnte sich hier ein Modell einer neuen Form von Öffentlichkeit entwickeln?

Wir werden mit AktivistInnen der Künstlergruppe POLÍTICA DO IMPOSSÍVEL diskutieren, die sowohl die Besetzung des Prestes Maia unterstützt hat sowie eine Broschüre zu den Vertreibungsprozessen in Luz herausgegeben hat ‐ diese als pdf hier: raquelrolnik.files.wordpress.com/2010/02/cidade_luz.pdf

In Luz gibt es ein 20‐ geschossiges Hochaus ‐ Prestes Maia, das bis 2008 mehrere Jahre durch die Obdachlosenbewegung MTST (Movimento dos Trabalhadores Sem Tetoes) besetzt wurde. Vor einem halben Jahr wurde es nach fortdauerndem Leerstand wieder besetzt. Die Bewohnerinnen des Haus haben immer wieder mit Künstlerinnen zusammengearbeitet, was

für die Wahnehmung in der Öffentlichkeit sehr wichtig war und die Position der

Hausbesetzerinnen gestärkt hat. Wir werden mit KünstlerInnen unterhalten, die mit der Obdachlosenbewegung zusammenarbeiten, das Gebäude besuchen und etwas über die Selbstorganisation des Hauses erfahren.

Zum anderen interessiert uns die veränderte Stadtrealität nach dem Werbeverbot. Durchgesetzt von einem konservativen Bürgermeister, begrüsst von einer Mehrheit der Paulistas. Durch die Abwesenheit von Werbung, kommen die zahlreichen Graffitis um zu mehr zur Geltung. Sao Paolo ist die einzige Metropole die eine eigenen Grafitti‐ Sprache entwickelt hat, die nicht aus New York abgeleitet ist. Dabei handelt es sich um Schriftzeichen mit denen Messages, manchmal ganze Texte an Häuser geschrieben

werden. Die Painter seilen sich von den Häusern ab, und malen oft jeweils ein Zeichen über jedes Fenster.

 

Diskurs:

Zu guter letzt werden wir die grossartige Architekturfakultät der Universität Sao

Paulo (FAU USP) besuchen. Wir werden eine Führung durch das grossartige Gebäude von Vilanova Artigas bekommen, und anschließend mit den Studierenden über unsere Projekte sprechen, uns etwas über den lokalen architekturdiskurs erfahren.

In Europa, aber auch in den USA, ist die Moderne in zwei Teile gespalten. Einmal als anerkanntes Kulturerbe in Form von Designobjekten, und zum anderen als Architekturen die für neue Gesellschaften, soziale Programme und große Visionen standen, und nun im Feld des Totalitarismus abgelegt sind ‐ als politischer Anspruch der im autoritären social engeineering geendet ist, ist Großsiedlungen und "sink estates".

Wie stellt es sich in Brasilien dar? Wie verlaufen dort die Diskurse?

Dort, so nehmen wir es in Europa war, ist die Moderne der Architektur nationales Kulturerbe, auf das man sich mit Stolz beruft. Geschwungene, kühne Formen, offene, ineinander fliessende Räume...

Der soziale Wohnungsbau in Sao Paolo nimmt sich bei weitem nicht so „sexy“ aus wie die ikonische brasilianische Moderne. So sind die staatlichen Massenwohnungsbauprojekte wie z.b. Itaquera 1,2,3 (35.000 Wohnungen 165.000 Einwohner) oder die Cidade Tiradentes extrem rationalisierte, monotone Siedlungen aus 3‐4 geschossigen Zeilen, die endlos wiederholt wurden. Solche Projekte assoziiert niemand mit der brasil. Moderne.

Eine Konzeptionalisierung von nackter, skulpturaler Betonarchitektur unter dem Label Brutalismus gibt es in Brasilien wohl nicht (oder doch?). Der Brutalismus in Europa steht vor allem im Zusammenhang mit den Reformbemühungen des Team 10 nach dem 2. Weltkrieg, aber auch mit einer Verschiebung in Le Corbusiers Materialuffassung, weg von perfekten, klinisch weissen Oberflächen, hin zur "Nacktheit" des Materials.

Gibt es eine Verständnis von Härte im Verhältnis zur Moderne? Entweder als negativer Bezug zur modernen Architektur, Kälte, unmenschlich, Betonwüste etc... oder positiv, im Sinne von „cutting edge“, nackter Wahrheit, Realismus?

 


Theorie und Praxis

Seminar mit Christian Posthofen

Raumproduktion der Berliner Republik

im Seminarblock 3 / Berlin

11.12 - 18.12.2011

 


MIN to MAX

International Architecture Symposium

HAU 1, Stresemannstr. 29

Berlin, 10-11. December 2011

 

As cost of living increases in Berlin, and in other cities around the world, demand for affordable housing becomes even more pressing. For two days, the international architecture symposium Min to Max will bring together key advocates for housing at HAUEINS, Berlin, to discuss how architects can contribute to a culturally and demographically diverse spatial and urban typology.

In search of new strategies for housing, Min to Max will revisit a crucial development of early Modernism: the Minimum Subsistence Dwelling (Die Wohnung für das Existenzminimum). Formulated at the 2nd CIAM conference, held in Frankfurt in 1929, this doctrine intended to improve living conditions for the working poor by establishing a minimum standard necessary for dignified living.

The concept was widely applied in social housing projects after the Second World War, but with time, its societal perception has completely changed. Today, eighty years later, the Minimum Subsistence Dwelling sanctions the very social inequality that its founders sought to overcome. On an urban scale, this split becomes tangible in the furthering of social segregation in cities.

In response, architects from all over the world are turning their attention once again to the notion of the Minimum Subsistence Dwelling, developing housing typologies that are inexpensive, but spatially attractive, and that can be built all over the city. But unlike the early Modernists, architects today no longer limit the question of housing to the individual dwelling; instead, housing is conceived as the ultimate opportunity for social participation in the spatial fabric of the city

For more information please visit www.min2max.org

 

Program:

BERLINER MIX (in German)

Saturday, December 10, 2011, HAUEINS, Berlin

19:00 – 21:00

In a series of short presentations, Berlin-based architects, artists, and theoreticians will explore the potential for an urban life in Berlin full of cultural diversity and mixed social groups. Urban sociologist Andrej Holm will respond to the projects presented, followed by a panel discussion moderated by Ilka & Andreas Ruby, textbild/Ruby PRESS. Participants include: Matthias Einhoff, ZKU: Kunstrepublik, Marco Clausen, Nomadisch Grün: Prinzessinengarten, Tim Edler, realities:united: Flussbad, Daniela Brahm & Les Schliesser, ExRotaprint, Christian Schöningh, Die Zusammenarbeiter: Spreefeld, Oliver Clemens, Clemens Krug Architekten: Bauen für’s Syndikat, Sascha Zander, Zanderroth Architekten: Architekturökonomie and Christian Posthofen, Akademie c/o: Berliner Tafel.

A reception with snacks and drinks will follow the discussion.

 

MAXIMIZING THE MINIMUM (in English)

Sunday, December 11, 2011, HAUEINS, Berlin

13:00 Admission

13:30 OPENING REMARKS

The day-long international symposium on the question of housing will feature lectures, case studies, and panel discussions. The symposium will be introduced by Ilka & Andreas Ruby and Dr. Thomas Flierl, author of Standardstädte: Ernst May in der Sowjetunion 1930-1933: Texte und Dokumente.

 

14:00 –16:00 SELF-CONSTRUCTION AND SOCIAL EMPOWERMENT

Examples of self-construction from South America, Africa, and Europe will guide this discussion on the prospects of the design and construction of housing as a means of self-empowerment. Participants include: Diébédo Francis Kéré (Kéré Architecture), Fernando García-Huidobro (Elemental); Fee Kyriakopoulous & Caroline Høgsbro (famikja) and Jörg Leeser & Anne-Julchen Bernhardt (BeL Associates). The discussion will be moderated by Carson Chan (Program).

 

16:30 –18:30 BUILDING ON THE EXISTING

A second session on housing will focus on the appropriation of existing buildings and infrastructure. Participants include: Anne Lacaton (Lacaton & Vassal Architects), Arno Brandlhuber (brandlhuber+) with Vera Tollman & Christian von Borries, Rainer Hehl (ETH Zürich), Hubert Riess (Riess Architekten). The discussion will be moderated by Michael Kimmelman, Chief Architecture Critic of the New York Times, New York.

 

19:00 – 21:00 SPACES FOR THE COLLECTIVE

Housing is so much more than the individual dwelling; it’s about people, the economy, and, ultimately, the city. Participants include: Christopher Roth, Alfredo Brillembourg (Urban Think Tank), Ting Ting Zhang & William Tan (Atelier Watt), Pier Vittorio Aureli (AA, London) and Jacob van Rijs (MVRDV). The discussion will be moderated by Joseph Grima (DOMUS).